Dialoge


Beim zeichnen wurde mir schnell klar, dass ich minimale und lineare Kompositionen bevorzuge. Nach der Natur zeichnen hieß für mich mit einen photographischen Blick auf das Motiv die wichtigsten Linien herauszuarbeiten. Durch die ersten Kaltnadelradierungen und dem Künstlerbuch 'Würfel' fand ich meinen Weg zurück zur Photographie. Das Format sollte quadratisch sein und die Kamera Doppelbelichtungen möglich machen. (Das war für mich ein wichtiger Schritt nach vorn zurück zur analogen Photographie.)

Die Motive stammten aus meiner Umwelt. Es wurde nichts inszeniert und alles so aufgenommen wie es vorgefunden wurde. Als ständiger Begleiter war die Kamera immer und überall mit dabei. Meistens war vorher klar welche beiden Motive übereinander photographiert werden würden. Manchmal lagen zwischen beiden Kilometer.

Aber wie wäre es möglich Doppelmotive auch in der Druckgrafik umzusetzen? Es stellte sich schnell heraus, dass nur Farbe eine ganz eigene Möglichkeit bietet unterschiedliche Stimmungen bei ein und demselben Motiv zu erzeugen. Dabei arbeitete ich auch mit Absicht gegen meine eigenen Farbvorlieben. Vor allem war es immer wieder erstaunlich interessant zu sehen welche Farbkompositionen von verschiedenen Menschen als die für sie Entsprechende ausgewählt wurden.

Doppelbelichtungen in Farbe wiederum brachte einige Schwierigkeiten mit sich. Zu wild, unordentlich und chaotisch waren die ersten Aufnahmen. Es brauchte mehr Struktur und farbliche Einheit in den jeweiligen Motiven. Das bedarf einer guten Planung und mehr Zeit als gedacht, so dass ich immer noch mitten in diesem Projekt stecke.
Um weiter photographieren zu können war es zunächst sehr wichtig Motive mit Farbwerten zu finden die in ihren Stimmungen meinen emotionalen Zuständen entsprachen. Die Reihe 'Enis Ahnung' ist dadurch entstanden. Eine Kamera habe ich immer mit dabei.